Michael Helm

Europa im Herzen

Ein literarisches Statement für eine alte Idee

Ein buntes Programm mit Texten von Heine, Tucholsky, Gryphius, Ringelnatz, Einhard, Alkuin u.a.

Weltkarte Mosaik LissabonKarl der Große hatte seine Idee von Europa, wenn er sich das auch noch anders vorstellte, als wir heute. Die Probleme, die weise Köpfe an seinem Hof in Aachen zu meistern hatten, waren unseren jedoch nicht unähnlich. So sind Einhard und Alkuin zu Vordenkern unseres gemeinsamen Europas geworden.

Aber auch ein Amerikaner entdeckte einst schmunzelnd Europa für sich: In Venedig stürzte er einen Gondoliere fast über Bord, weil der zu schräg sang. Dann wollte er die deutsche Sprache erlernen, aber er verirrte sich zwischen den Schachtelsätzen. Humorvoll beschimpfte auch ein deutscher Dichter aus dem Pariser Exil seine lieben Germanen. Weil man ihn in Preußen verboten hatte, verulkte und verspottete er preußische Uniformen, preußische Fahnen und Pickelhauben und ihre militärische Steifheit. Aber er liebte deutschen Rheinwein, deutsche Mädchen und Dichtergesang. Und er liebte die Franzosen.

Kaspar Hauser hasste das Militär, Peter Panter hasste Vereinsmeierei, Ignaz Wrobel den Rosenkohl. Dafür liebte Tucholsky jeden tapferen Friedenssoldaten, schön gespitzte Bleistifte und Schloss Gripsholm in Schweden. Hans Gustav Bötticher bereiste die Welt als Ringelnatz und sehnte sich lachend-melancholisch dichtend nach Europa zurück.

Sie alle liebten ein Europa der Verschiedenheiten und Schrulligkeiten. Sie kämpften für den Gedanken eines friedlichen, offenen und gemeinsamen Europas, so wie der Rezitator dieses Abends. Bei all den befremdlichen Ereignissen der letzten Monate ist es vielleicht an der Zeit, einzustehen für eine Idee, für die schon Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, Mark Twain, Ringelnatz und Morgenstern eintraten, noch bevor es eine gemeinsame EU gab. Lassen sie uns gemeinsam über unser Europa lachen, es kritisch beäugen, es lieben und einsichtig verspotten. Nicht um es beiseite zu legen wie eine zu alte Idee, sondern wieder mit Leben zu erfüllen, wie es diese und andere Autoren getan haben: mit Humor und Nachdenklichkeit.

Dauer: ca. 2 x 45 Minuten